Die Wunder
der Mutterschaft
Der Augenblick, in dem Dein Kind geboren wird oder Du Dein lang erwartetes
Adoptivkind in Deinen Armen hältst, hat etwas von einem Wunder an sich. Du
bist hingerissen von ihren kleinen Eigenarten und Besonderheiten, die Du heiß
und innig liebst. Du versprichst, die beste Mutter zu sein, die man sich
wünschen kann, und ihnen die Schönheit der Welt zu zeigen. Du hast das
Gefühl, sie sind so kostbar, dass sie in Deinen Armen zerbrechen könnten.
Die ganze Nacht schaust Du ständig nach ihnen, wie sie wie kleine Engel in
ihren Betten liegen. Du schwörst Dir, dass Du immer geduldig sein wirst – egal,
welchen Trotzanfall oder welche Teenagerlaunen sie haben werden. Aber dann
trifft Dich die Wirklichkeit wie ein Schlag: Du musst in all diesen Punkten
überragen und eine Supermutter sowie die Angestellte des Monats sein,
während Du fast ohne Schlaf durch den Stress und die Belastungen des
Alltags manövrierst.
Mutterschaft umfasst so vieles. Mütter lieben, nähren, erziehen, leiten und
inspirieren ihre Kinder; sehen sie aufwachsen; helfen ihnen, ihre Sozialkompetenzen
zu verfeinern; sorgen für Wärme, Gesundheit und Schutz; feiern ihre
Besonderheiten und lassen sie ihren eigenen Weg im Leben finden, ohne sich zu
sehr einzumischen. Im Laufe der Zeit wurden die Rahmenbedingungen und
Erwartungen an die Mutterschaft durch den Wandel der Gesellschaft verändert.
Gemäß dem gängigen Bild hatte die perfekte Mutter in den 1950er-Jahren eine
Schürze umgebunden, brachte das Essen pünktlich auf den Tisch und wartete
mit zwei Kindern, die fröhlich auf ihr herumturnten, darauf, dass Papa nach Hause
kommt. Heutzutage müssen Frauen zugleich Brötchenverdienerin und Mutter sein,
zwischen Arbeitsplatz und Kita, außerschulischen Aktivitäten, Mahlzeiten,
Hausaufgaben, Badezeit, Gutenachtgeschichte und Zubettgehzeit hin und her
eilen – und nebenbei die Hausordnung durchsetzen. Sich dann Zeit für die
häuslichen Pflichten und Partner nehmen ... und in der Nacht aufstehen, um einen
Albtraum zu verjagen oder bei Pubertätsproblemen zu helfen. Obendrein sich mit
ein bisschen Glamour, Fitness und Romantik um sich selbst kümmern, wenn es die
Zeit erlaubt. Dieses Chaos erleben auch Mütter, die zu Hause bleiben, was
genauso ein Vollzeitjob ist.
„Aber dann trifft Dich die
Wirklichkeit wie ein Schlag:
Du musst in all diesen Punkten
überragen und eine Supermutter sein ...“
Ob Mütter zu Hause bleiben oder zur Arbeit gehen – alle Frauen scheinen
Schuldgefühle zu haben. Berufstätigen Mütter geht es so, wenn die Kinder
krank sind und sie zur Arbeit müssen und ihre Mutter oder eine Freundin bitten
müssen, mal wieder einzuspringen. Vielleicht sehnst Du Dich im Geheimen
nach der häuslichen Idylle, weit weg vom Bürostress und der wichtigen
Deadline, die immer näher rückt? Mütter, die ihre Kinder zu Hause betreuen,
möchten von den Trotzanfällen und der Hausarbeit vielleicht gern eine
Auszeit nehmen und für eine Weile in eine kinderfreie Zone entfliehen –
und haben Schuldgefühle, weil sie so fühlen.
Die Zeit nach dem Mutterschaftsurlaub bringt stets eine große Umstellung
im Tagesablauf mit sich, weil die ganze Familie sich neuen Terminplänen
anpassen muss. Du musst Dich wieder an feste Arbeitszeiten und den Druck
gewöhnen, und es gibt die Qualen des schlechten Gewissens, wenn Du Dein
Kind oder Deine Kinder in der Kita ablieferst. Und dann ist da noch die
moderne Technik, die schlimmer als ein Kleinkind ständig unsere
Aufmerksamkeit verlangt. Und in unserer heutigen Welt wird erwartet, dass
wir sofort antworten. „Ich muss mich bei X, Y und Z melden. Einen
Spieltermin bestätigen. E-Mails abrufen. Mit dem Lehrer sprechen ...“
Solche Erwartungshaltungen können erdrücken und Kraft rauben.

Also, was macht heutzutage eine perfekte Mutterschaft aus? Es gibt keine
richtige Antwort. Es ist das, was für die Familie, die Finanzlage und die
Kinderbetreuung am besten ist, egal ob es sich um Familien mit einem
Elternteil oder zwei handelt oder um eine Patchworkfamilie. Das Wichtigste
ist, dass die Kinder geliebt werden, glücklich sind und sich gut entwickeln.
Vielleicht bewunderst Du Mütter, die alles geregelt zu haben scheinen und
die Ruhe selbst sind. Aber auch sie haben harte Tage. Überwindet die
Schuldgefühle, unterstützt Euch gegenseitig und verlasst Euch auf die
Solidarität unter Frauen. Rufe Deine Mutter an, triff Dich mit Deiner
Schwester, trinke einen Tee mit Deiner besten Freundin, besuche Deine
Nachbarin, plaudere mit der abgekämpft aussehenden Mutter im Park. Sich
Geschichten über das Leben zu erzählen und Ratschläge auszutauschen,
nimmt jedem Druck von den Schultern. Du kannst darauf wetten, dass
Deine Mutter genau das Gleiche durchgemacht hat und einige großartige
Ratschläge bereithält.

Auch Zeit ist wichtig, denn sie vergeht so schnell. In einem Moment ist
Dein Kind noch ein wunderschönes Baby und im nächsten ist es schon dem
Nest entflogen. Erst hast Du gar keine Zeit und dann ganz plötzlich zu viel
davon – und dann vermisst Du die Kinder. Aber dann kommst Du in den
Genuss einer ganz neuen Art von Beziehung, wenn Dein Baby erwachsen
ist und eigene Kinder bekommt.

Wenn wir auf unsere eigene Kindheit zurückblicken, sind es die einfachen
Dinge, Gerüche und Geräusche, an die wir uns erinnern. Spaziergänge an
Regentagen und in die Pfützen zu springen. Ein Mittagessen mit der Familie
zu Hause mit viel Gelächter und Geschnatter. Die Behaglichkeit, im Bett
eingekuschelt zu sein und eine Geschichte vorgelesen zu bekommen.
Gesichter in Wolken zu erkennen. Muscheln am Strand zu sammeln. Mit
jemand Grimassen zu schneiden. Deine Mutter am Schultor zu sehen. In der
Badewanne mit Schaum zu planschen und danach von Deiner Mutter mit
einem großen Handtuch eingewickelt zu werden.

Wenn wir glücklich sind und innere Erfüllung finden, sind wir bessere
Menschen und bessere Mütter. Im Leben geht es also darum, Prioritäten zu
setzen und Ausgewogenheit zu finden. Mach mal Pause. Nimm eine Auszeit.
Habe Zeit für andere. Hör zu. Zeige Geduld, Mitgefühl und Liebe. Schalte die
Technik zu festgelegten Zeiten am Tag ab. Verbringe Zeit mit der Familie und
habe unbeschwerten Spaß ohne Druck. Zehn bis zwanzig Minuten volle
Aufmerksamkeit sind besser, als eine Stunde lang gelegentlich von einem
Bildschirm hochzublicken.
„Sei eine erstklassige Ausgabe
deiner selbst, nicht eine
zweitklassige Ausgabe
eines anderen.“
So etwas wie eine perfekte Mutter gibt es nicht, und ohne Zweifel glaubt Dein Kind
ohnehin, dass Du perfekt bist, so wie Du bist (es sei denn, Deine Kinder sind
Teenager und rebellieren immer noch gegen das „Establishment“). Tue Dein Bestes.
Du wirst Fehler machen, so wie alle (Deine Mutter und Großmutter werden auch
welche gemacht haben), aber Du stehst wieder auf, klopfst den Staub ab, bleibst
ruhig und machst weiter. Bleibe Dir selbst treu und lerne aus Deinen Fehlern. Und
gib diese Erkenntnisse an Deine Kinder weiter. Denn so wachsen wir – im Leben, in
Beziehungen und in der Liebe.
Wie die Schauspielerin und Ikone Judy Garland zu ihrer Tochter Liza Minelli sagte:
„Sei eine erstklassige Ausgabe deiner selbst, nicht eine zweitklassige Ausgabe
eines anderen.“

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